OKR: Wie gut ist die agile Führungsmethode wirklich?

Sie wird als agile Führungsmethode Nr. 1 gefeiert und verhilft großen, erfolgreichen Unternehmen wie Intel oder Google aber auch kleineren Durchstartern wie mymuesli dazu strukturiert und trotzdem agil zu agieren. Die Rede ist von OKR: Objectives and Key Results. Aber was ist das eigentlich für eine Methode und was kann sie wirklich und wo sind ihre Grenzen?

Meinen ersten Kontakt zu OKRs hatte ich 2018 durch eine amerikanische Kollegin, die mir begeistert von dieser Methode erzählte und mir empfahl mich unbedingt mal damit zu beschäftigen. Also las ich Artikel schaute mit zahlreiche Erfahrungsberichte auf Youtube an und kaufte mir anschließend auch noch die Fachbücher.

Was verspricht die OKR Methode?

Warum hat mich OKR angesprochen? Die Methode verspricht: 

      1. Unternehmensweite Fokussierung auf gemeinsame Ziele
      2. Transparenz bis auf Mitarbeiterebene
      3. Systematische Beantwortung der Frage: Warum tun wir was?
      4. Verhindern von Zielkonflikten insbesondere in bereits agilem Arbeitsumfeld
      5. Hohe Agilität im Einklang mit Unternehmenssteuerung und Strategie

 

Aber sieht das in der Praxis auch so aus? Ich habe Konferenzen besucht und mit einigen Projektleitern gesprochen, die OKR in unterschiedlichem Setting angewandt haben.

Die Methode wurde z.B. im Programmmanagement bei der Fusion der Unternehmen Wintershall und Dea eingesetzt. Ein Projekt was an die 4.000 Mitarbeiter aus 2 unterschiedlichen Unternehmenskulturen zu einem Unternehmen erfolgreich und mit beachtlichen Herausforderungen zusammen geführt hat. Herr Dr. Müller, der das Projekt leitete, berichtete von der positiven Erfahrung mit dieser Methode insbesondere in Unternehmen aus etablieren, klassischen Branchen agiler zu werden. Die hohe Transparenz und Fokussierung konnte laut Dr. Müller erst durch die Anwendung der OKR Methode entstehen.

Auch bei T-Systems findet die Methode eine große Akzeptanz. André Fuchs und Laura Pallasch berichteten mir, das OKR in ihrem Umfeld auch deshalb so beliebt ist weil die Methode selbstbestimmtes Arbeiten fördert. Für sie gehört OKR zum agilen Leadership klar dazu.

Eigene Erfahrungen beim Einsatz mit OKR

Klingt super, aber was ist denn nun OKR? Die agile Führungsmethode OKR ist im Prinzip eine Weiterentwicklung der Management Praktik MBO (Management by Objectives). Sie wurde erstmals 1983 bei Intel eingeführt und durch Andy Grove publiziert. Die Methode ist also keinesfalls neu. Jedoch bekam sie in den letzten Jahren immer mehr begeisterte Anhänger und somit immer mehr Bedeutung.

Seit einiger Zeit bin ich selbst OKR Master bei der Bridging IT  und habe eigene Erfahrung mit der Methode gemacht.

Mit OKR lässt sich das übergeordnete Unternehmensziel „ultimate goal“ (oder auch die Mission und Vision) auf die operative Ebene herunterbrechen.

Strategie umsetzen

Die Methode macht somit dem gesamten Unternehmen transparent „Was wollen wir erreichen?“(Objective) und „Wie erreichen wir es!“ (Key Result). Die systematische Strukturierung in Objectives (Was) und Key Results (Wie) hilft bei der Fokussierung. Da die OKRs quartalsweise geprüft und angepasst werden ist eine hohe Agilität gewährleistet. Durch die Begrenzung auf max. 5 Objectives pro Quartal beugt die Methode Verzettlung vor und hilft bei der nötigen Fokussierung.

Wesentlich empfinde ich auch den Austausch „buttom up“ zu „top down“. Dieser schärft den Zielblick und Fokus aller Beteiligten. Durch die quartalsweise Betrachtung ist die agile Ausrichtung der Strategie auf Grundlage sich ändernder Marktanforderungen sehr schnell umsetzbar. Eine kontinuierliche Verbesserung wird durch die Retro sichergestellt.  

Aus meiner Sicht ist es eine sehr leicht gewichtige agile New-Work-Methode, die durch uns selbstbestimmter, sinnstiftender und fokussierter Arbeiten lässt.

Wenn Du also als New Leader daran interessiert bist dein Team transparent zu führen, agil zu steuern und deine Mitarbeiter mitdenken und mitgestalten zu lassen ist OKR eine international bewährte Methode, die Dich fokussiert weiter bringen wird.

Allerdings rate ich jedem, der überlegt OKR im Unternehmen einzuführen sich durch OKR-Experten begleiten zu lassen. Denn die Methode ist keinesfalls leicht einzuführen und es gibt viele Fallstricke, die Du als New Leader unbedingt vermeiden solltest.

OKR: Fallstricke bei der Einführung und Anwendung

Zu diesen Fallstricken bei der Einführung von OKR gehören aus meiner Sicht vor allem folgende 5 Punkte:

      1. Akzeptanz und Committment für die Methode schaffen
      2. Das richtige Formulieren der OKR
      3. Die Fokussierung auf 3-5 Objectives pro Quartal
      4. Das richtige Arbeitstool einsetzen und auch richtig benutzen
      5. Die Vorteile der Methode nutzen und die Erkenntnisse aktiv umsetzen

In meinem nächsten Blog Artikel werde ich Dir genauer verraten, was damit konkret gemeint ist. Wenn Du proaktiv über meine neuesten Artikel informiert werden willst? Melde Dich doch für meinen Newsletter an. Da bekommst Du zusätzlich zu noch tolle Tipps für deinen Business Alltag.

Du bist New Leader? Dann lies auch meinen Artikel über Management 4.0 – Vertrauen als Führungskompetenz.